29./30. August 2020 - Was ist Dir (wirklich) wichtig?

 

 

„Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären: Er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden, getötet und am dritten Tag auferweckt werden.

 

Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!

 

Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. […]

 

Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.“

 

Mt 16, 21-23.25

 

Bild: Peter Weidemann / pfarrbriefservice.de

 


Davor habe ich am meisten Angst: dass einem meiner Liebsten etwas Schlimmes passieren könnte.
Deshalb kann ich Petrus so gut verstehen: Sein geliebter Meister Jesus soll leiden und sterben. – Nein, das darf einfach nicht geschehen!

 

Jesus reagiert ungewohnt heftig: „Satan“ schleudert er Petrus entgegen. Vielleicht hat Petrus das laut ausgesprochen, was Jesus selbst in sich spürt: die Angst vor Leiden und Tod.
Jesu Botschaft vom Reich Gottes stößt auf Widerstand: seine Verwandten erklären ihn für verrückt; die Pharisäer sehen, wie er sich über wichtige Gebote hinwegsetzt; für die Hohenpriester ist er einer, der den Tempelgottesdienst in Frage stellt und damit ihre Macht; die Römer halten ihn für einen Aufrührer. Wenn Jesus so weiterpredigt und -handelt, wird es für ihn lebens-gefährlich. Das weiß er.
Aber welche Alternative hätte er? Klein beigeben und nicht mehr von Gottes Vaterliebe zu allen Menschen sprechen? Die Sünder meiden, obwohl er weiß, dass gerade sie ihn am meisten brauchen? Nicht mehr am Sabbat heilen, obwohl dieser Tag doch für die Menschen da ist und nicht umgekehrt? – Wenn Jesus das täte, würde er sich selbst und seine Berufung verraten. Sein körperliches Leben würde er vielleicht retten, aber dabei das verlieren, was für ihn das Wichtigste ist: seine Verbindung zum Vater im Himmel. Deshalb ist er bereit, das Leiden auf sich zu nehmen.

 

Jesus sagt zu Petrus (und auch uns): „Tritt hinter mich!“ Also: Folge mir! Sei mutig! Gehe keine faulen Kompromisse ein! Verrate nicht, was dir am Wichtigsten ist! Du wirst dann wahrscheinlich auch leiden müssen, aber du wirst nicht deine innere Lebendigkeit verlieren, sondern gerade dadurch der werden, der du wirklich bist.

 

Ulrike Saam

Gemeindereferentin in St. Benno

(Foto: privat)