"Himmelsgruß" - unser wöchentlicher Impuls


Jede Woche gibt es hier Gedanken zu einer Sonntagslesung zum Lesen - vorbereitet von einem*r Neuhauser Seelsorger*in.


16. Mai 2021 - Im Abschied ein Stück Himmel auf Erden finden

 In jener Zeit hob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!
Aber jetzt komme ich zu dir […]
Joh 17,6a.11b-19   

Abschied
Viel miteinander erlebt.
Ans Herz gewachsen.
Einer geht,
andere bleiben zurück.
Auch von dem, der geht, bleibt etwas zurück:
Seine ganze Liebe.
Ulrike Altherr

Abschied nehmen fällt vielen Menschen nicht einfach: sei es der Abschied von einem schönen Erlebnis mit einem/r Freund/in, sei es der Abschied vom Wochenende oder sei es der Abschied von einem Menschen, der nicht mehr bei uns ist.
Abschied nehmen ist nicht leicht. Zwar spürt man Dankbarkeit für die (gemeinsam) erlebte schöne Zeit, aber es tritt auch oft eine gewisse Melancholie auf und der Moment, in dem das Gefühl der Traurigkeit zu Besuch kommt, lässt nicht auf sich warten. Das Lied „Gute Nacht Freunde“ von Reinhard May drückt einen solchen Abschied durch das Abwechseln von Dur- und Moll-Akkorden wunderschön aus.
Im Evangelium nach Johannes hat der Abschied einen besonderen Stellenwert.  In den Abschiedsreden (Joh 13.1-17,26) spiegeln sich alle Ängste und Sorgen der Gemeinde wider. Aber diese Ängste und Sorgen bleiben nicht allein stehen: es ist gleichzeitig eine Hoffnung für die Zukunft zu spüren.
Im Zusammenrücken, im echten, unverstellten Austausch und Umgang miteinander, da freut man sich. Das Gefühl des Alleinseins löst sich im Gefühl der Zughörigkeit auf: Keiner ist allein.
Gerade im Abschied erlebt jeder einzelne in der Gemeinschaft ein Stück Himmel auf Erden.
Wo erleben Sie trotz Abschied ein Stück Himmel auf Erden?

Franziska Bromberger

Pastoralassistentin im Pfarrverband St. Clemens und St. Vinzenz

(Foto: privat)