"Himmelsgruß" - unser wöchentlicher Impuls


Jede Woche gibt es hier Gedanken zu einer Sonntagslesung zum Lesen - vorbereitet von einem*r Neuhauser Seelsorger*in.


18.April 2021 - Ostern mit allen Sinnen

Während die Jünger noch redeten, trat Jesus selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften.

 

(Lk 24,25-38)

 Bild: Peter Weidemann / pfarrbriefservice.de

 

„Ich begreife es einfach nicht!“ Wie oft habe ich als Jugendliche diesen Satz in der Mathenachhilfe gesagt. Funktionen, Graphen, Vektorenrechnungen und ähnliches blieben mir und meinem Verständnis einfach verschlossen.

 

„Ich begreife es nicht!“ – das passt auch zu den Jüngern, die nach Jesu Tod und Auferstehung versammelt sind und zu verstehen versuchen, was da passiert ist.

 

Und dann zeigt sich Jesus als hervorragender Pädagoge. Er erklärt es nicht einfach, sondern er lässt sie selbst etwas tun, mit allen Sinnen. „Seht!“ „Fasst mich an!“ „Hört zu!“ Ich könnte ergänzen: „Riecht den gebratenen Fisch, den ich mir einverleibe, und den ihr vorher selbst gegessen habt!“ Er öffnete ihren Sinn, ihre Sinne.

 

So wie ich Mathe einfach üben musste, es selbst tun musste, so entdecken die Jünger mit allen Sinnen selbst Ostern: Jesus lebt wirklich! Gott bricht die Macht des Todes, die Macht der Henker, die scheinbare Macht der Ausweglosigkeit.

 

Und ich? Auch ich soll Ostern und die Begegnung mit Jesus mit allen Sinnen erfahren. Das Licht der Osterkerze, das gesegnete Wasser, die aufblühende Natur, die bunten Eier, das Lächeln der Nachbarin, alles „redet“ vom neuen Leben. Höre, sehe, schmecke, rieche, fühle ich es?

 

Gebet:

Du, Auferstandener, du Quelle der Wunder und des Lebens.

Spare nicht mit deinen Wundern.

Öffne uns Augen, Ohren, Herzen, Mund und alle Sinne für die Wunder des neuen Lebens.

Amen.

 

Schwester Sara Thiel

Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Benno

 

(Foto: Privat)