"Himmelsgruß" - unser wöchentlicher Impuls


Jede Woche gibt es hier Gedanken zu einer Sonntagslesung zum Lesen - vorbereitet von einem*r Neuhauser Seelsorger*in.


24. Januar 2021 - Und täglich grüßt das Murmeltier

 

 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. (Mk 1,16-17)

 

 

 

 

Im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ verschlägt es zum Murmeltier-Tag am 2. Februar den misanthropischen Wettermann Phil Connors in die Provinz, um über das alljährliche Wetter-Ritual zu berichten. Doch dann gerät er irgendwie in eine Zeitschleife und muss denselben Tag immer wieder aufs Neue erleben.

 

So fühlt sich derzeit das Leben an – wie in einer Warteschleife, als trete man auf der Stelle, als sei jeder Tag gleich: Corona bestimmt seit fast einem Jahr den Tagesablauf und die Gedanken der Menschen. Das ist belastend und fordert allen viel, so manchen alles ab.

 

Im Film findet Phil Connors nach anfänglichen Experimenten Wege, die Zeit sinnvoll zu nutzen, jede Wiederholung ein wenig besser zu machen und das Herz seiner Kollegin Rita zu gewinnen. Das ist wohl auch derzeit die Aufgabe aller im ganz realen täglichen Leben – den Tag sinnvoll, vielleicht täglich etwas besser zu gestalten und täglich neu die Herzen der Menschen, mit denen wir leben und arbeiten, zu gewinnen.

 

Im Film findet Phil Connors, wie könnte es in einer Hollywood Produktion anders sein, durch die Liebe aus der Zeitschleife heraus. In Corona Zeiten liegen die Dinge genauso und doch etwas anders.  Die Liebe ist und bleibt jederzeit von größter Bedeutung. Doch es braucht ebenso die ganz praktischen Corona Maßnahmen. Und noch etwas braucht es:

 

Am Mittwoch trug die 22-jährige Dichterin Amanda Gorman bei der Amtseinführung von Joe Biden ein bewegendes Gedicht vor. Es thematisiert die spezielle Situation Amerikas, enthält aber auch wunderbare Sätze, die für alle belebend sein können. Zum Beispiel diesen Satz: "Denn es gibt immer Licht, wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen – wenn wir nur mutig genug sind, es selbst zu sein." 

 

So, glaube ich, machen es die Menschenfischer ….

Barbara Gollwitzer

Pastoralreferentin in Herz Jesu

(Foto: Pfarrei Herz Jesu)